Kino ist Vision

66 Kinos. Filmvorführung mit anschließender Gesprächsrunde

Was bedeutet ein Programmkino für die Kulturlandschaft einer Stadt? Welche Programmkinos gibt es in Deutschland? Und warum zieht es viele Besucher in Zeiten der Multiplexe noch immer in kleine Hinterhofkinos? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Ende Juni ein Themenabend im Forum Phoinix, dessen Veranstalter – die Bayreuther Vereine Kino ist Programm und Neuneinhalb – selbst ein Programmkino im künftigen Kunst- und Kulturhaus NEUNEINHALB in der Kämmereigasse planen. Auf dem Programm steht die Dokumentation „66 Kinos“, in der Regisseur Philipp Hartmann mit Kinobetreibern aus ganz Deutschland spricht. Er nennt sein Projekt auch eine „Reise durch die deutsche Kinolandschaft“, also durch die Spielstätten, in denen Filme erst richtig zum Leben erweckt werden und von denen nicht wenige bei den Besuchern Kultstatus haben. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde in Anwesenheit des Regisseurs statt.

66 KINOS porträtiert einige von den 66 deutschen Filmtheatern, die Philipp Hartmann im Rahmen einer Kinotournee 2014/15 mit seinem vorherigen Film „Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe“ besuchte, und lässt dabei vor den Augen des Zuschauers das vielschichtige Bild einer äußerst lebendigen und zugleich in diversen Umbrüchen befindlichen Kinolandschaft entstehen. Trotz vieler Gemeinsamkeiten – alle müssen etwa auf die Konsequenzen der Digitalisierung, auf sich wandelnde Sehgewohnheiten des Publikums oder auf wirtschaftliche Herausforderungen reagieren – zeigt sich, dass jedes Kino seine eigenen und immer stark vom Engagement der Kinobetreiber und -mitarbeiter gezeichneten Wege und Strategien findet, sich zu positionieren.

PHILIPP HARTMANN geboren 1972 in Karlsruhe, arbeitet seit dem Jahr 2000 als freier Filmemacher. Vor seinem Filmstudium (abgeschlossen 2007) an der Hamburger Hochschule für bildende Künste absolvierte er ein Diplom in Lateinamerika-Wissenschaften und eine Promotion in Umweltökonomie in Köln und Brasilien. 66KINOS ist nach „Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe“ sein zweiter Kino-Langfilm. Philipp Hartmanns Kurzfilme liefen erfolgreich auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals sowie teilweise als Videoinstallationen in Ausstellungen. Auch mit Auftragsproduktionen, speziell mit einer Reihe von Künstlerportraits, hat sich Philipp Hartmann einen Namen gemacht. Mit seiner Produktionsfirma flumenfilm sowie einer Gruppe von Freunden und Kollegen arbeitet Philipp Hartmann derzeit an diversen neuen Projekten, u.a. in Brasilien.

D 2016, 97 Min., R: Philipp Hartmann

Samstag, 29. Juni, 19.00 Uhr
Kämmereigasse 9 1/2 - keine Reservierung möglich, Eintritt frei!

 

Kino ist Kunst I

Filmvorführung: Why Are We Creative?

Ein Dokumentarfilm auf den Spuren des Geheimnisses der Kreativität. Mehr als 1000 Prominente haben Regisseur Hermann Vaske auf die Frage „Why are you creative?“ geantwortet, manche in Wörtern oder Sätzen, viele mit Zeichnungen oder Artefakten.

„WHY ARE WE CREATIVE?“ zelebriert die besten Kreativen der Welt. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame und überraschende Odyssee in die Welt der Kreativität. Der Film basiert auf dem „Why Are You Creative“-Projekt des Regisseurs Hermann Vaske und ist eine einzigartige Reise durch die verschiedenen Facetten der Kreativität: künstlerisch, intellektuell, philosophisch und wissenschaftlich. Mit dabei sind Regisseure wie Wim Wenders und David Lynch, Musikerinnen und Musiker wie Björk und Bono, Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramović und Damien Hirst, Modemacherinnen wie Vivienne Westwood, Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Isabella Rossellini, Schauspieler wie Willem Dafoe, Sean Penn und John Cleese, Staatsmänner wie Nelson Mandela und Mikhail Gorbatschow, Wissenschaftler wie Stephen Hawking, religiöse Führer wie der Dalai Lama und Gesamtkunstwerke wie David Bowie. Alles in allem hat Vaske in 30 Jahren Kreativgespräche mit über 50 Nobel- und Oscarpreisträgern geführt. Ein Who is Who der besten Kreativen der Welt. Was treibt sie an, ihre Ideen in Werke umzusetzen?

D 2018, 82 Min., FSK: 0, R: Hermann Vaske | OV mit dt. UT

Sonntag, 14. Juli, 11.00 Uhr
Kunstmuseum Bayreuth - Reservierung möglich, Eintritt 5 €

Film-Lecture: Der poetische Film. Avantgarde, Experiment und lyrischer Ausdruck

Der Film ist längst als ernstzunehmende Kunstform etabliert. Zugleich wird oft gerade diejenige Gattung übersehen, die sich der Erkundung, Erweiterung und spielerischen Verwendung seiner künstlerischen Möglichkeiten verschrieben hat: der poetische Film. Statt wie der Spielfilm zu erzählen oder wie der Dokumentarfilm zu vermitteln, lädt er das Publikum zu neuen Wahrnehmungserfahrungen ein.

Referent: Johannes Pittroff, Uni Bayreuth.

Ca. 90 Minuten, Eintritt frei.

Sonntag, 14. Juli, 14.00 Uhr
Kunstmuseum Bayreuth - Reservierung möglich, Eintritt frei

 

Kino ist Kunst II

Filmvorführung: Christo - Walking On Water

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d’Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden sie die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.

Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in CHRISTO – WALKING ON WATER hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es schaffte Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Idee zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen.

I/USA 2018, 100 Min., FSK: 0, R: Andrey M. Paounov

Sonntag, 11. August, 11.00 Uhr
Kunstmuseum Bayreuth - Reservierung möglich, Eintritt 5 €

Film-Lecture: Der unscharfe Film. Flimmern, Rauschen, Erscheinen, Verschwinden, Durchdringen

Als Erzählform, als Fehler oder als ästhetisches Mittel - Unschärfe im Film schafft einen Zwischenraum, in dem das Medium in den Vordergrund tritt und sein Kunstsein formuliert.

Referentin: Dr. Kathrin Rothemund, Universität Bayreuth & Ruhr-Universität Bochum.

Ca. 90 Minuten, Eintritt frei.

Sonntag, 11. August, 14.00 Uhr
Kunstmuseum Bayreuth - Reservierung möglich, Eintritt frei