Programmkinotage im März

Samstag, 16. März & Sonntag, 17. März 2019
im Iwalewahaus, Wölfelstraße 2 (Ecke Opernstraße)

 

Das Programm im März:

SAMSTAG, 16. MÄRZ
16:30 Uhr | Capernaum - Stadt der Hoffnung*
19:00 Uhr | Die Frau des Nobelpreisträgers (OmU)
21:00 Uhr | Shoplifters - Familienbande (OmU)*

SONNTAG, 17. MÄRZ
14:30 Uhr | Fannys Reise
16:30 Uhr | Die Frau des Nobelpreisträgers*
19:00 Uhr | Capernaum - Stadt der Hoffnung*

* mit Vorfilm

 

 

KinderKinoKlub: Fannys Reise

Frankreich im 2. Weltkrieg: Nachdem ihre Zuflucht in einem Waisenhaus nicht mehr sicher ist, begeben sich mehrere jüdische Kinder mit der 13-jährigen Fanny auf eine gefährliche Flucht in die Schweiz. Basierend auf einer wahren Geschichte zeigt der Film auch Parallelen zur aktuellen Situation.

Frankreich 1943. Die 13-jährige Fanny und ihre jüngeren Schwestern sind zum Schutz vor den Nationalsozialisten in einem Waisenhaus versteckt, einem der letzten Zufluchtsorte für jüdische Kinder. Als die deutschen Truppen vorrücken und die Front sich weiter nach Süden verschiebt, ist die einzige Überlebenschance der Kinder die Flucht in die sichere Schweiz. Dabei wird Fanny unfreiwillig Anführerin einer Gruppe von jüdischen Kindern. Auf dem lebensgefährlichen Weg quer durch Frankreich muss sie ihren ganzen Mut aufbringen, um sich und die anderen zu schützen. Inmitten von Angst, Freude und unerwarteten Begegnungen entdecken die Kinder, wie viel Zusammenhalt und Freundschaft bedeutet.

FANNYS REISE ist eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte über Mut, Stärke und Überleben, über ein junges Mädchen, das angesichts von Krieg und Flucht lernt, über sich hinauszuwachsen. In erstaunlich leichtem Ton zeigt der Film, was es bedeutet, wenn Kinder auf sich allein gestellt vor Gewalt flüchten müssen und greift damit ein hochaktuelles Thema auf.

F 2015, 94 Min., FSK: ab 6, R: Lola Doillon | empfohlen ab 10 Jahren | Trailer bei Youtube

am Sonntag, 16.03. um 14.30 Uhr

Capernaum - Stadt der Hoffnung

Der kleine Zain kämpft in den Slums von Beirut ums Überleben. Er verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Eindrucksvoll klagt das Drama die ganze Gesellschaft an und legt die Mechanismen sozialer Ungerechtigkeit offen. Kandidat für den Auslands-Oscar 2019!

Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste.

„Capernaum“ ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem im Arabischen und Französischen als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki in ihrer hochemotionalen Fabel. In eindrucksvollen Bildern erzählt CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben, oft ohne Ausweispapiere und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit. CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG wurde beim Filmfestival in Cannes minutenlang mit stehenden Ovationen gefeiert und gewann den Preis der Jury und den Preis der Ökumenischen Jury. Der Libanon schickt CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG ins Oscar-Rennen als Bester Nicht-englischsprachiger Film.

LIBN/F 2018, 120 Min., FSK: ab 12, R: Nadine Labaki | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.03. um 16.30 Uhr und
am Sonntag, 17.03. um 19.00 Uhr

Die Frau des Nobelpreisträgers

Joan (oscarnominiert: Glenn Close) und der erfolgreiche Schriftsteller Joe sind seit fast 40 Jahren verheiratet. Als er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wird, reisen sie gemeinsam nach Schweden, wo die Risse in ihrer Ehe sichtbar werden und es zu dramatischen Ereignissen kommt.

Joan (Glenn Close) und Joe Castleman (Jonathan Pryce) sind seit fast 40 Jahren verheiratet. Joe gefällt sich als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Er genießt in vollen Zügen die Aufmerksamkeit, die ihm zu Teil wird, diverse Affären inklusive. Seine Frau Joan scheint dabei mit viel Charme, einem scharfen Sinn für Humor und intelligenter Diplomatie die perfekte Unterstützung im Hintergrund. Als Joe für sein literarisches Oeuvre mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, reisen sie gemeinsam nach Schweden. Begleitet werden sie dabei von ihrem Sohn David - selbst angehender Schriftsteller ohne Vaters Segen. Zwischen hochoffiziellen Empfängen, Ehrfurchtsgebaren und Damenprogramm werden die Risse der Ehe sichtbar und eine unruhige Unzufriedenheit beginnt durch Joans stoische Fassade zu brechen. Zu allem Überfluss werden die Castlemans auch noch von Journalist und Möchtegern-Biograph Nathaniel Bone (Christian Slater) verfolgt, der unnachgiebig versucht, ein dunkles Geheimnis aufzudecken.

Eine Klasse für sich: Hollywood-Ikone Glenn Close, kürzlich für ihre herausragende schauspielerische Leistung in DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS – THE WIFE mit dem Hollywood Actress Award ausgezeichnet wurde, beweist als perfekte Literaten-Gattin Joan Castleman einmal mehr, wie einzigartig und intensiv ihr nuanciertes Spiel ist. Mit einem hochkarätigen Ensemble und in einer dichten, atmosphärischen Inszenierung bringt der schwedische Filmemacher und Gewinner des Silbernen Bären Björn Runge den Roman der US-Autorin Meg Wolitzer (deutsche Ausgabe „Die Ehefrau“, erschienen im Dumont-Buchverlag) auf die Leinwand.

S/USA 2018, 101 Min., FSK: ab 6, R: Björn Runge | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.03. um 19.00 Uhr im engl. Original mit dt. Untertiteln und
am Sonntag, 17.03. um 16.30 Uhr

Shoplifter - Familienbande

Nach einer Diebestour in einer Winternacht treffen Vater und Sohn auf ein verwahrlostes Mädchen, das sich gut in die Familie aus Gaunern und Lebenskünstlern einfügt. Doch eines Tages bringt ein Vorfall das Familiengefüge ins Wanken ... Einfühlsames, oscarnominiertes Porträt einer Familie am Rande der japanischen Gesellschaft.

Nach einer Diebestour in einer kalten Winternacht treffen Osamu Shibata und sein Sohn Shota auf das kleine, verwahrloste Mädchen Yuri. Kurzerhand tut Osamu das, was der Gelegenheitsarbeiter am besten kann - er „stibitzt“ Yuri und nimmt sie für eine warme Mahlzeit mit nach Hause. Die anfänglichen Bedenken seiner Frau Nobuyo über das neue Familienmitglied sind schnell verflogen. Auch Großmutter Hatsue und Halbschwester Aki, die hinter einem Einwegspiegel in einem Stripclub arbeitet, heißen Yuri in der Enge ihrer alten Behausung willkommen. Umgeben von anonymen Wohnblöcken lebt die bunte Truppe mithilfe von kleinen Betrügereien, Ladendiebstählen und trotz widriger Umstände glücklich zusammen. Bis zu dem Tag, an dem ein unvorhergesehener Vorfall bisher gut geschützte Familiengeheimnisse enthüllt. Jetzt muss sich beweisen, ob diese Menschen mehr verbindet, als ihr Dasein als Kleingauner und Lebenskünstler…

Mit SHOPLIFTERS – FAMILIENBANDE gelingt dem japanischen Regisseur Hirokazu Kore-eda erneut das einfühlsame Porträt einer Familie am Rande der japanischen Gesellschaft. Meisterhaft leicht und subtil erzählt Kore-eda von der Doppelmoral einer widersprüchlichen Nation. Auf der einen Seite eine gefühlskalte, aber sich sozial korrekt verhaltende Gesellschaft, auf der anderen die Wärme einer kleinkriminellen Familie in prekären Verhältnissen. Statt mit dem düsteren Pathos sozialer Außenseiter zeichnet Kore-eda seine einprägsamen Charaktere in mit einfühlsamer Menschlichkeit voller Würde und Poesie. SHOPLIFTERS wurde bei den Filmfestspielen Cannes 2018 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und ist außerdem die japanische Einreichung zum Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.

J 2018, 121 Min., FSK: ab 12, R: Hirokazu Kore-eda | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.03. um 21.00 Uhr im jap. Original mit dt. Untertiteln

Eintritt und Reservierung

Der Eintritt pro Vorstellung beträgt einheitlich 5 Euro, für Kinder 3 Euro. Es gibt keinen Vorverkauf, die Tages- bzw. Abendkasse öffnet am Samstag um 16:30 Uhr, am Sonntag um 14:00 Uhr und ist dann durchgehend besetzt. Im Kinosaal herrscht freie Platzwahl vor – ein rechtzeitiges Kommen lohnt sich also. Der Saal wird ca. 30 Minuten vor Beginn geöffnet. Wer sichergehen möchte, einen Platz zu bekommen, der kann Tickets vorab per E-Mail reservieren: reservierung@kino-ist-programm.de – unter Angabe von Name, Anzahl der Tickets und der gewünschten Vorstellung.